Narzissmus erkennen- den Narzissten & die narzisstische Mutter

Plötzlich ist der Spiegel meines Lebens in kleine Splitter zersprungen und beim Versuch, sie wieder zusammenzusetzen, entsteht nur ein verzerrtes Bild.

Janine Weger

Den Narzissten bzw. die narzisstische Mutter erkennen: Das ist für ihr familiäres Umfeld, besonders die Kinder sehr schwer.
Häufig wissen oder spüren die Betroffenen, dass etwas in der Kindheit etwas falsch gelaufen ist, aber sie können es aber nicht differenziert benennen.

„Die Kindheit war komisch“, „meine Mutter hat mich nie liebevoll in den Arm genommen“, sie hat mich nie “herzlich gedrückt“. Kinder spüren etwas und das ein Leben lang. Was war es, dass die Seele immer so belastet hat oder noch belastet?

Warum hatte man das Gefühl nie wirklich innerlich frei zu sein oder einmal ganz herzlich mit der Familie zu lachen?
Warum stimmte das Verhalten der Eltern oder Mutter nie mit dem Gesagten überein? Wo war das Gefühl von Sicherheit, dass andere scheinbar automatisch haben?
Fragen über Fragen.. aber häufig einfach keine Antwort..


Erster Verdacht

Als Kind die narzisstische Mutter erkennen: Plötzlich eine erste Idee und ein Verdacht.
Vielleicht durch eine Unterhaltung über Narzissmus mit Freunden oder einen Artikel in der Zeitung. Die eigene Mutter eine Narzisstin?

Aber sie war doch immer so unglaublich lieb, selbst Opfer so vieler schlechter Dinge.
Sie kann doch nicht ein „böser Narzisst sein“ ein Mensch mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Sie hat doch Freunde und ist so mitfühlend, also naja, anderen gegenüber. Ihren Freunden, viel erzählt sie ihnen nicht, dafür vertraut sie ihren Kindern alles an. Mehr noch als ihren Freuden. Sie sagte ja auch immer, dass nichts von hier aus dem Haus nach draußen dringen soll.

„Das wahre Denken“ über die Welt, die Freunde der Mutter - das war alles „Familienangelegenheit“.
Ist so etwas nicht normal?

So oder so ähnlich könnten die ersten Gedanken sein, wenn der leise Verdacht aufkommt, dass die Mutter eine narzisstische Persönlichkeitsstörung haben könnte. Aber wie kann man sich dem ganzen in einem ersten Schritt nähern, um sich vielleicht sicherer zu fühlen, was die eigenen Gedanken betrifft? Woran kann man die narzisstische Mutter erkennen?
Oftmals hilft es, selbst oder mit fachlicher Unterstützung die eigene Mutter bzw. ihr Verhalten ein wenig zu analysieren und erste Ideen zur Erkrankung zu bekommen. 


Die Struktur einer narzisstischen Mutter

Hilfreich ist es, bei diesem „ganzen Stapel“ an Informationen ein Tool zu finden, um erst einmal zu versuchen, eine Grenze zwischen narzisstischer Persönlichkeit und narzisstischen Zügen, die ja auch „normal“ sind, zu ziehen.


Analyse nach dem „Diagnostischen und Statistischen Manual (DSM)“

Wenn man sich damit beschäftigt, die narzisstische Mutter oder überhaupt den Narzissten oder die Narzisstin endlich zu erkennen, dann stößt dabei immer auf das „Diagnostische und Statistische Manual psychischer Störungen.“ Das ist ein weltweit angewandtes Klassifikationssystem der psychischen Störungen, das mit den ärztlichen Codierungen korrespondiert und deshalb in einem breiten klinischen Gebiet Anwendung finden kann. Es enthält für jede psychische Störung genaue operationale, diagnostische Kriterien, durch deren Anwendung die Zuverlässigkeit und Validität psychiatrischer Diagnosen erhöht werden kann. Dies behandelt auch die narzisstische Persönlichkeitsstörung.

Hiernach sind die wesentlichen Merkmale einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung (nach Reinhardt Haller, "Narzissmusfalle", Seite 94), mit der man auch die narzisstische Mutter erkennen kann:

•Größengefühl in Bezug auf die eigene Bedeutung (z.B.: die Betroffenen übertreiben ihre Leistungen und Talente, erwarten ohne entsprechende Leistungen als bedeutend angesehen zu werden).

•Beschäftigung mit Fantasien über unbegrenzten Erfolg, über Macht, Scharfsinn, Schönheit oder die ideale Liebe.

•Innere Überzeugung, "besonders" und einmalig zu sein und nur von anderen besonderen Menschen oder solchen mit einem hohen Status (oder von entsprechenden Institutionen) verstanden zu werden oder mit diesen zusammen sein zu können.

•Bedürfnis nach übermäßiger Bewunderung.

•Anspruchshaltung; unbegründete Erwartung besonders günstiger Behandlung oder automatische Erfüllung der Erwartungen.

•Ausnutzung von zwischenmenschlichen Beziehungen, Vorteilsnahme gegenüber anderen, um eigene Ziele zu erreichen.

•Mangel an Empathie; Ablehnung, Gefühle und Bedürfnisse anderer anzuerkennen oder sich mit ihnen zu identifizieren.

•häufiger Neid auf andere oder Überzeugung, andere seien neidisch auf die Betroffenen

•arrogante, hochmütige Verhaltensweisen und Attitüden.

Viele Punkte machen einen Menschen insbesondere dann so betroffen, wenn man sieht, dass ein Kind sich in einem besonderen Abhängigkeitsverhältnis befindet. Es will geliebt werden, um jeden Preis.


Typisierungen zum Narzissmus

Unter den Psychiatern gibt es Diskussionen, die besagen, dass diese Punkte zu eng gefasst sind. So ist bei dem Manual der offene Narzissmus, der dort zum Tragen kommt und nicht die Form des verdeckten Narzissmus. Sie fordern, dass es mehr Varianten gibt, die der Störung zugerechnet werden müssen. Das ist sicherlich auch richtig, denn heute weiß man auch, dass der Narzissmus sehr facettenreich ist. Je nach Schule gibt es unterschiedliche, weitere Modelle und Klassifizierungstypen. Eine davon ist die „Dimensionen der Störung“ (siehe WIKIpedia), die es sich lohnt, neben dem Manual auch zu betrachten. Es wird unterschieden zwischen:

  • Offener und verdeckter Narzissmus
  • Angepasster und unangepasster Narzissmus
  • Grandiosität und Berechtigungsdenken
  • Robuster und verletzlicher Narzissmus.

Ausführliche Beispiele hierzu und eine detaillierte Erklärung gibt es in meinem You-Tube-Video> weiter 




Literatur zum Thema narzisstische Persönlichkeitsstörung bzw. Narzissmus

Wer noch tiefer in diesen Bereich „eintauchen möchte“, um die narzisstische Mutter zu erkennen, dem ist als Fachbücher hier Kernberg & Hartmann „Narzissmus“ sehr zu empfehlen,. Dies ist aber ein sehr fachliches Buch, bei dem der Laie vielleicht an seine Grenzen trifft.
Sehr gut, für den ersten Überblick zum Thema Narzissmus, ist das Buch „Narzissmusfalle“ von Reinhard Haller, er hat auch einen Vortrag zum Thema gehalten (weiter zum Vortrag)

 

Bücher Prof. Haller und Kernberg (Klick auf das Buch) 

 

 

..noch mehr qualitativ gute Bücher findet Ihr auch in der Kategorie " > Bücher Narzissmus & Psychologie"


Weitere Auffälligkeiten bei Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung

Immer wieder stößt man auch darauf, dass Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung ein spezielles Problem im Bereich der Neigung zur Selbstbeschädigung durch Alkohol, Tabak, Medikamente, gesundheitsschädigendes Verhalten in sportli­cher oder sonstiger Hinsicht haben.

Ein anderes Merkmal, ist zudem, dass Narzissten sich häufig keine Fehler eingestehen.
Vielleicht kann sich mit der „Fehlerlosigkeit“, die eventuell mit nicht vorhandener Kritiklosigkeit eingeht, ebenfalls der potenziell narzisstischen Mutter nähern.

Durch ihre Art - viel zu fordern und wenig zu geben - sind narzisstische Persön­lichkeiten in ihrer Umgebung wenig beliebt, was dann auch einen verhängnisvollen Teufelskreis anheizt. 


Keine Vorwürfe machen: Achtsamkeit des Narzissmusopfers

Es kann allerdings lange dauern, bis man die narzisstische Mutter erkennen und entlassen kannt: „Narzissten kommt man im Allgemeinen recht spät auf die Schliche“. Das ist ein wichtiger Satz, wenn man sich mit dem Thema beschäftigt.
So wird es wahrscheinlich auch sehr lange Zeit dauern, bis Kinder die narzisstische Mutter erkennen.
Als Kind einer narzisstischen Mutter sollte man sich also keine Vorwürfe zu machen erst nach 30, 40, oder 50 Jahren zu merken, was in der Kindheit so anders gewesen ist. Die eigene Achtsamkeit des Narzissmusopfers sollte hier über allen Selbstvorwürfen des Opfers stehen. Auch wenn es vielleicht sehr schwer ist, wenn man die narzisstische Mutter erst einmal entlarvt hat.



Mein Tipp zur Analyse: Betrachtung der Punkte aus dem Flugzeug

Wenn man das diese Punkte - als erste Laienanalyse und Kategorisierung - auf die Mutter überträgt ist es auf den ersten Blick schwierig.
Mit großer Wahrscheinlichkeit ist man als Tochter einer narzisstischen Mutter das Verhalten „gewohnt“ und empfindet es als „normal“. Zudem ist man als Tochter vielleicht so aufgewachsen immer wenig Kritik- besonders an der Mutter - auszuüben. Deshalb kann man als Kind einer narzisstischen Mutter mitunter nur schwer diese Punkte sachlich beleuchten.
Vielleicht hilft es, einfach mal wie in aus einem Flugzeug heraus von oben auf die Punkte zu schauen und ganz „unemotional“ und sachlich die Punkte in Form von Situationen mit der potenziell narzisstischen Mutter durchzugehen. Ganz ohne gleich eine Erklärung und vielleicht Entschuldigungen für die Mutter zu finden.

Auch wenn es dauert, es kann sein, dass  sich dann der Nebel dort unten ein wenig auflöst und nach und nach mehr Licht ins Dunkel kommt. 

...wer schreibt hier? 
Mein Name ist Marie und beschäftige mich seit vielen Jahren mit dem Thema Narzissmus. Wenn Ihr mehr über mich erfahren wollt > geht es hier weiter

> weiter zu meinem YouTube-Video zur narzisstischen Mutter 

 

 

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Narzissmus erkennen- den Narzissten & die narzisstische Mutter

23 Gedanken zu „Narzissmus erkennen- den Narzissten & die narzisstische Mutter

  • 30. August 2016 um 11:05
    Permalink

    sehr hilfreicher Artikel, vielen Dank!

  • Pingback: Narzissmus im Freundeskreis erkennen - Narzissmus ~ info & more

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  • 19. September 2016 um 22:55
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    Narzisstische Mutter erkannt und jetzt? Wie wehrt man sich gegen sie? Wie zeigt man ihr Grenzen auf? Das wäre für mich noch sehr interessant, ansonsten klasse Seite!!! LG

  • 20. September 2016 um 21:45
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    Wie kann man so einer Mutter Grenzen aufzeigen?

  • 21. September 2016 um 16:53
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    Liebe Tochter, erst einmal vielen Dank für das positive feed-back und die Idee. Das stimmt, was jetzt – das lässt sich sicher nicht ganz pauschal beantworten, weil gerade auch der Lebensabschnitt, die Struktur der Mutter und auch der eigene Verhaltensspielraum hierfür entscheidend sein wird. Ich hatte bei Christine eben auch schon etwas zu den Grenzen geschrieben, denke aber, dass es bei der Mutter immer noch ein wenig spezieller ist als bei einem Partner oder einem guten Freund.
    Trotzdem gibt es dazu natürlich interessante praktische Überlegungen, die man auf seine individuelle Situation übertragen kann.
    Ich werde dazu in Kürze mal etwas schreiben und ein Video erstellen.
    Herzliche Grüße
    Marie

  • 21. September 2016 um 17:28
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    Liebe Christine,
    ich freue mich über Deine Nachricht 🙂
    Ja, Grenzen aufzeigen ist bei einem Narzissten natürlich schwer. Aus seinem Verständnis heraus gibt es wahrscheinlich nur eine Person, der diese setzt: Die ist er selbst.
    Natürlich gibt es immer wieder Tipps, wie man die Kommunikation mit ihm führen kann und dabei auch Grenzen setzt. Dabei bekommt man Hinweise, wie man in welcher Situation reagieren und Kommunizieren soll. Das ist für einen gewissen Zeitraum sicher hilfreich und für einige Menschen vielleicht für einen begrenzen Zeitraum umsetzbar. Trotzdem bleibt für mich die Frage, in wieweit man sich dann langfristig immer mehr von sich selbst entfernt und nicht mehr authentisch ist. Ein hoher Preis, den man dann selbst zahlt.

    Geht man davon aus, dass man die Grenzen in authentischer Weise und offener Kommunikation setzt. Hier ist meine Erfahrung und auch das, was ich immer wieder lese oder sehe ist leider die, dass er die Grenzen als Zurückweisung empfindet. Er sieht diese als Kritik, die dann zu Konflikten führen. Das wiederum führt dann zum großen Teil zu einem Bruch der Beziehung durch den Narzissten, da er narzisstisch gekränkt ist. Manchmal folgt dann auch eine die narzisstische Wut.
    Oft hilft es deshalb leider nur, den Kontakt auf das Nötigste zu reduzieren oder, wenn möglich, diesen ganz abzubrechen. Auch wenn das sicher in jedem Fall, wie ich finde, sehr traurig ist. Denn trotz allem hat der Narzisst ja auch sehr gute Seiten, die man an ihm schätzt. Wenn die Situation schwer alleine zu managen ist, hilft es manchmal auch, sich externen Support für die detaillierte Situation zu holen.
    Ich werde dazu aber auch nochmal gezielt schauen und es in zukünftige Artikel/Videos einbringen.

    Herzliche Grüße
    Marie

  • Pingback: Narzisstischer Vater -

  • 7. Dezember 2016 um 17:46
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    hi liebe marie .. danke für jedes wort und jede erklärung …in deutschland gibt es leider immer noch zu wenig über dieses sensible ernste thema …aus eigener erfahrung mit einer starken narzisten mutter hilft nur abstand und erstmal das innere eigene kind heilen; dass muss jeder selber versuchen da man von dieser mutter trainiert wird immer wieder auf denen ihr spiel reinzufallen…ich habe auch meine 30 jahre gebraucht dass alles zu verdauen und dieser ganze wahnsinn überhaupt zu verstehen und zu akzeptieren ..dein blog ist definitv sehr heilsam und wichtig … man muss sich bewusst werden das ein teil der kindheit geraubt wurde und wenn man für sich selbst nicht die kurve kratzt die zukunft nicht rosiger werden kann.. es ist erschreckend ….wir brauchen unbedigt mehr solcher informationen 😉 zuerst bin ich in meinem leben auf narzismus.org gestossen und seitdem immer mal wieder geschaut jeder der über dieses thema spricht ist mutig und verdient unterstützung 😉 alles alles gute weiter so …durch solche infos ..blogs wie bücher konnte ich mich schritt für schritt heilen und leider ist das heutzutage immernoch so dass die mehrreit immer bei dem wort mutter an was fast göttlichen denken und gar nicht wissen wie grausam solch mütter sind. und man wenig anklang findet in der gesselschaft wenn man dieses thema anfängt 🙂 und es bedeuteut solch töchtern wie auch mir sehr viel dieser ganzen sache überhaupt erst einen namen zu geben zu verstehen dass eine psychich kranke mutter immer eine bleiben wird ..wie man da mit umgehen kann ist jedem seine sache , jedoch ohne austausch und tollen seiten blogs wie diesen fast unmöglich …;-)

  • 9. Dezember 2016 um 15:54
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    Liebe Wanda! Danke für Deine schönen Worte. Ich freue mich, dass Dir meine Page gefällt 🙂 Da hast Du Recht, jeder muss seinen Weg finden, mit der Situation umzugehen. Den Narzissmus erst einmal (und wenn es erst einmal auch nur in Ansätzen ist) zu verstehen ist da hoffentlich für viele schon einmal ein erster Schritt. Ich schicke Dir ganz herzliche Grüße! Marie

  • 23. Dezember 2016 um 19:25
    Permalink

    Ist es möglich, dass sich Narzissmusopfer zu Narzissmusopfer findet? Ich habe sage und schreibe DREI Freundinnen mit einer narzisstischen Mutter. Und meine eigene ist die Obernarzisstin. Gibt es so viele davon oder tummeln die sich alle in meinem Umfeld?
    Meine ganze Kindheit durch habe ich auf meine „echten“ Eltern gewartet. Menschen, denen ich was bedeute. Menschen, die mir solche basics wie angemessene Kleidung, eine neue Zahnbürste, ein Pflaster, etwas Gesundheitsvorsorge, ein paar Freunde und ein bisschen Liebe gönnen.. Da ist aber niemand gekommen. Und klar dachte ich, dass das an mir allein liegt. An wem sonst?
    Ich fühle mich meiner Kindheit beraubt und habe erst jetzt (bin 46) herausgefunden, woran es liegt. Ich bin schlicht und einfach stinksauer!!!

  • 26. Dezember 2016 um 17:28
    Permalink

    Liebe/r Uli, das klingt sehr traurig und ich verstehe, dass Du ärgerlich bist.
    Wie Dir geht es vielen, auch wenn das wenig tröstlich ist. Gerade verdeckte Narzissten entdeckt man nur schwer. Insbesondere dann, wenn man noch nie auf das Krankheitsbild gestoßen ist und Anzeichen einfach unerklärlich sind.
    Was helfen kann ist, gemeinsam mit einem Profi ein wenig daran zu arbeiten, bzw. die eigene Geschichte aufzuarbeiten. Aber auch das ist eine sehr individuelle Entscheidung. Eine befreundete Psychologin sagt immer dass – wenn man daran Interesse hat – es für so etwas eigentlich nie zu spät ist.
    Ich sende Dir herzliche Grüße!
    Marie

  • 30. Dezember 2016 um 11:27
    Permalink

    Hallo
    Mein Lebenspartner hat eine Mutter mit dieser beschriebenen narzisstischen Persönlichkeitsstörung.
    Der Text stimmt zu 100% mit ihr über ein.
    Er meinte auch mal als Kind hätte er nicht viel Aufmerksamkeit bekommen.
    Ich sehe es auch bei unserem gemeinsamen Kind.
    Sie gibt unserem Kind nicht einmal eine Umarmung geschweigedenn einen Kuss.
    Dann ein anderes Beispiel von vielen.
    Ihre Verwandten haben mich gelobt dass ich hübsch sei und mein Kind auch.
    Sie antwortete:“ Ja meine ganze Familie ist hübsch und ich bin auch sehr hübsch.“
    Obwohl niemand über sie gesprochen hat.
    Sie spioniert den Ex ihrer Tochter aus im Facebook und hat mir mal Fotos von ihm gezeigt mit seiner neuen Freundin.
    Dann meinte sie zu mir:“ Meine Tochter ist viel hübscher als seine Neue.“
    Per Zufall habe ich ihren Verlaufgesehen und bin erschrocken.
    Sie besucht jeden Tag das Profil von dem Ex ihrer Tochter.
    Wie dem auch sei.
    Ich habe ihn gebeten diesen Text zu lesen und ihn gefragt ob ihm da etwas bekannt vorkommt.
    Er wurde nur sauer und meinte ich wolle ihn als krank bezeichnen.
    Da erklärte ich ihm dass es um seine Mutter geht und nicht um ihn.
    Er hat das Gespräch abgeblockt und wollte nichts davon wissen.
    Jetzt habe ich ihn gebeten mit mir in eine Paarberatung zu gehen da die Beziehung sehr offt unter seiner Mutter leidet.
    Es würde ihm gut tun mal von einer neutralen Person eine neutrale Meinung zu bekommen.
    Er lehnte dass aber auch ab.
    Was kann ich noch tun?

  • 31. Dezember 2016 um 14:38
    Permalink

    Liebe Ana,

    vielen Dank für Deine Nachricht. Es tut mir sehr Leid für Dich, dass Du Dich in einer solchen Situation befindest.
    Ich finde, dass Du schon unglaublich strukturiert und überlegt reagierst.
    Es ist wirklich traurig, dass Dein Partner der Paarberatung nicht zustimmt.
    Ich bin selbst keine Therapeutin. Aber ich kann und möchte Dir einen Tipp geben: Wenn Du dafür offen bist, dann such Dir doch einen Psychotherapeuten oder eine Psychotherapeutin. Du findest diese unter http://www.bptk.de/service/therapeutensuche.html (da kannst Du in Deinem Bundesland suchen) oder einen ärztlichen Psychotherapeuten. Die findest Du unter der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung Deines Bundeslandes (google einfach mal KV und dann Dein Bundesland). Da gibt es Suchmasken und da kannst Du auch „Psychotherapie“ auswählen.
    Ich kann mir vorstellen, dass ein Profi Dich sehr gut dabei unterstützen kann, mit der Situation für Dich und Dein Kind umzugehen. Er hat die Möglichkeit, mit Dir gemeinsam den für Dich und Dein Kind besten Weg für die Zukunft zu finden.
    Ich schicke Dir ganz viel Power und herzliche Grüße!
    Marie

  • 17. Januar 2017 um 19:08
    Permalink

    Gibt es auch sadistische Narzissten. Ich frage,
    weil das Bild der narzisstischen Mutter genau auf die meinige zutrifft. Was in meinem Fall dazu kommt ist, daß sie mich als Kind oft mit einer Leder- Peitsche ausgepeitscht hat.Aber auch meine Geschwister. Ich traute mich niemals ihr zu widersprechen. Vor Angst, sie würde ihre Drohung wahr machen, und mich tot schlagen. Mittlerweile bin ich 54 und sie ist 80 Jahre alt. Vor knapp 4-5 Jahren wollte ich mal wissen, ob sie zu den verübten Misshandlungen etwas zu sagen hat. Doch leider, kommen außer Verleugnung und Verleumdungen nichts aus ihrem Munde. Im Gegenteil, sie stellt sich selbst als Opfer dar. Die würde eher über Leichen gehen, statt etwas zuzugehen.
    LG

  • 18. Januar 2017 um 11:05
    Permalink

    Liebe Patrizia,
    das klingt nach wirklich traumatischen Erlebnissen und tut mir unglaublich Leid.
    Es kann sehr gut sein, dass Narzissten neben psychischer auch physische Gewalt anwenden. Physische Gewalt ist ja auch eine Demonstration von Macht und Kontrolle (die genauen Prozesse hinter dem gewalttätigem Verhalten schaue ich mir demnächst noch einmal an).
    Bei Verleumnung fiel mir spontan das „Gaslighting“ ein, dem sich Narzissten gerne bedienen. Es ist schlimm, wenn die Realität dermaßen verzerrt wird. Wie ich es auch in meinen Videos sagte: Man sollte sich bewusst machen, dass man selbst bei klarem Bewusstsein ist und klare Erinnerungen hat. Gerade wenn Ihr auch mehrere Geschwister gewesen seid, dann werden alle sicher auch die gleichen Erinnerungen haben. Ob die Hoffnung auf Erklärung oder womöglich Entschuldigung der Mutter sich erfüllen wird ist fraglich, sollte es sich um eine Narzisstin handeln, dann wahrscheinlich eher nicht.
    Aber es wäre aber nicht seriös, hier eine Art Diagnose zu stellen.
    Ich kann Dir empfehlen – wenn es für Dich in Fargo kommt – Dich vielleicht gemeinsam mit einem Profi mit dem Thema auseinander zu setzen. Dieser kann es noch einmal gemeinsam mit Dir betrachten, was in der Vergangenheit bei Dir vorgefallen ist und Antworten finden.
    Psychologische Psychotherapeuten und Psychotherapeutisch tätige Ärzte findest Du unter http://www.bptk.de bzw. auf der jeweiligen Homepage der Kassenärztlichen Vereinigung Deines Bundeslandes (einfach bei google eingeben).
    Ich wünsche Dir alles Liebe und ein glückliches Leben, trotz dieser Vergangenheit.

    Herzliche Grüße,
    Marie

  • 21. Januar 2017 um 11:35
    Permalink

    Liebe Marie,
    ich danke dir für deine Antwort, und deine Tipps. Und dein Verständnis.
    Ich bin schon 10 Jahre in terapeutischer Behandlung. Nach dem ich mit einem Burn Out zusammen gebrochen bin. Hab bis heute Angst und Panikattacken, ein Schmerzsyndrom und ständig drübe Gedanken. Dass das ganze Chaos in mir, von den Misshandlungen meiner Mutter kommt, musste mir erst mal klar gemacht werden.Ich dachte alle Kinder geniessen so eine „liebevolle Kinderheit“.Ich gab mir selbst die Schuld, weil ich eonfach nicht so funktionierte wie ich sollte.
    Der einzige Kommentar von meiner Mutter:
    Zu dumm zu leben.

    LG

    .

  • 23. Januar 2017 um 11:10
    Permalink

    Liebe Patrizia,

    es tut mir wirklich sehr Leid für Dich, dass Du noch immer so sehr mit den Folgen zu kämpfen hast.
    Trotzdem sende ich Dir ganz viel Kraft für die Zukunft und dass Du mit dem Support aus der Therapie Schritte in ein glückliches Leben machst.
    Herzliche Grüße!
    Marie

  • Pingback: Umgang mit Narzissten nicht-umgang-mit-narzissten wie lebe ich mit Narzissten

  • 7. März 2017 um 9:24
    Permalink

    Ich habe vor 11 Jahren den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen. Auf Anraten meines Therapeuten. Da habe ich noch gar nicht gewusst, dass meine Mutter eine Narzisstin ist. Wohl aber, dass sie mir nicht gut tut. Meine Mutter hat den Kontaktabbruch einfach akzeptiert. Hat ihn nicht hinterfragt und auch gleich den Kontakt zum Enkelkind abgebrochen. Keine Geschenke und Karten mehr zum Geburtstag oder Weihnachten. Ist ja klar. Sie musste strafen. Da ich nicht mehr zur Verfügung stand, traft es also das Enkelkind. Außerdem hat sie ja noch ein Enkelkind. Das Kind meiner hochgelobten Schwester. Diese ganzen Auswirkungen habe ich erst nach und nach verstanden. Auch ich fühle mich um meine Kindheit und Jugend betrogen. Aber meine Seele heilt jetzt seit 11 Jahren. Es ist wirklich hart und viele Menschen verstehen diesen Kontaktabbruch nicht. Aber es werden immer mehr, die es verstehen. Nie mehr möchte ich Kontakt zu meiner Mutter. Ab und zu erreicht mich noch ein Brief von ihr. Darin jammert sie dann, dass sie alt und krank ist und nicht mehr kann und eigentlich Hilfe bräuchte. Ja, die hätte ich auch gebraucht. Ich merke dann, dass ich über diese Briefe lachen kann – sie mich nicht mehr berühren. Denn sie verhält sich ganz genau, wie es auf den Narzissmus-Seiten geschildert wird. Und das hilft mir sehr.
    Ich wünsche allen eine große Stärke mit ihren „Müttern“ umzugehen bzw. ihre Situation zu ändern.
    Liebe Grüße
    Bettina

  • 7. März 2017 um 21:27
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    Liebe Bettina, vielen Dank für Deine Worte – alles Liebe und viel Stärke weiterhin! Herzliche Grüße, Marie

  • 6. Juli 2017 um 19:02
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    Solche Subjekte sind vor allem eines, KEINE Eltern. Hier wird gefragt wie man Grenzen setzt, in dem man ganz einfach und rigoros den Kontakt abbricht. Akzeptanz wird helfen. Akzeptieren dass man selbst auf brutalste und niederträchtigste Art und Weise missbraucht wurde.

    Aber diese Subjekte werden alt und immer weniger Menschen tun sich das im Alter an. Vielleicht locken sie mit Versprechungen oder Geld aber da muss man selbst hart bleiben.

    Diese Subjekte dürfen ihre harte Ernte einfahren von ihrer harten Saat. Während andere Eltern ihre Enkelkinder aufwachsen sehen und auch im Alter von den Kindern besucht werden müssen diese Subjekte auch akzeptieren dass keiner „ihrer“ Kinder sie besuchen kommt.

    Sollte so ein Subjekt selbst im Alter zur „Einsicht“ kommen, Vorsicht! Nochmals, Vorsicht! Es ist nicht Gewiss ob die Subjekte nur wieder manipulieren, am besten ist es sie auch bei „Einsicht“ nicht zu besuchen.

    Ein Ritual kann helfen. Alles verbrennen und vergraben was mit den Subjekten zu tun hat und ein neues Leben beginnen. An sich arbeiten nicht selbst ein liebevollerer Mensch zu sein und sein Leben als Waisen akzeptieren und die Vergangenheit begraben, denn diese Vergangenheit war niemals die, die die eigene Seele hätte leben wollen.

    Sobald es Klick macht ist der Tag gekommen und das neue Leben beginnt. Rigoros Kontakt abbrechen.

    Nochmals, diese Subjekte haben Seelen missbraucht und sind damit gekündigt. Es gibt so viele gute Menschen auf der Erde und die fristlose Kündigung zu den Subjekten ist das einzige Mittel das es gibt.

  • 16. Oktober 2017 um 21:32
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    Hallo! ich finde deinen Text wirklich sehr interessant. Ich hätte gerne mal eine neutale Meinung, von jemanden, der sich gut mit dem Thema auskennt. Ich weiß nicht ob meinen Mutter eine Narzistische Störung hat, aber manchmal (nach dem Text) hab ich da schon so meine Bedenken. Also mal kurz zusammen gefasst:
    ich hab noch zwei Geschwister, und meine Kindheit verlief ziemlich strukturiert, wir mussten immer „parrieren“ meiner Mutter wahr es unglaublich wichtig, dass wir so schnell es geht selbstständig werden, sie wollte, um es mit ihren Worten auszudrücken „keine Verantwortung für uns übernehmen“ dass Ansehen nach aussen hinn wahr ihr immer sehr wichtig (zumindest als ich Kind wahr) sie wollte die „perfekte Familie“ selten hat sie ein mal in den Arm genommen, wollte ein eig. mehr auf Distanz haben. Ich kann mich erinnern, dass sie oft geweint hat, weil uns die Großeltern selten besucht haben, sie wollte von ihnen Anerkennung (ihre tolle Familie präsentieren, was sie nicht tolles geschaffen hat) was ihr selbst in der Kindheit gefehlt hat. Sie hat nie mit uns gelernt, sie mochte lernen nie, meinte das sei die Aufgabe der Lehrer. Als ich älter wurde haben sich meine Eltern scheiden lassen, mein Vater hatte sie betrogen. Nach dem ganzen hat sie sich ständig mit Männern getroffen, weil sie meinte eine Frau braucht einen Mann, sonst sei man weniger Wert. Ich weiß, dass sie generell nicht lang allein sein kann, weil sie Angst bekommt, dass Leben allein ncht zu schaffen, und na ja, weil sie sonst keinen hätte die Schuld zu geben, wenn in ihrem Leben was nicht richtig läuft. Als wir älter wurden (meine Schwester wahr schon ausgezogen) und ich allein mit meiner Mutter und meinen Bruder schmiss sie einfach meinen Bruder raus, mit der Aussage wir müssen in eine kleinere Wohnung ziehen, und sie könne nur mich mitnehmen. Mein Bruder hätte das fast zerstört sie sagte nur zu ihm „naja, wenn du dir was getan hättest, hätt ich ja noch zwei andere Kinder.“ …fast 3 Jahre wahr ich bei meiner Mutter, als ich ihr lästig wurde. (gut, ich hab mich in der Zeit oft mit Kumpels rumgetrieben, und mich nicht um eine Ausbildung gekümmert, aber sie hätte ja auch mit mir normal reden können) staddessen hat sie diese Wohnung in einer Nacht und Nebel Aktion auch gekündigt, und meinte ich hätte ein halbes Jahr Zeit mir was eigenes zu suchen. Ich fand was (zum Glück) komisch ist, dass sie heute oft davon redet das wir doch alle wieder zusammen ziehen sollten, gemeinsam auf einen Hof etc. ich finde das alles ziemlich komisch. Jetzt ist sie wieder verheiratet, und träumt von ihren ganzen Plänen, wo sie seid Jahren nichts umsetzt. Wenn man zu ihr geht und über ein Problem reden will, wird sie oft wütend, oder ist völlig gelangweilt, meint nur „ach, du machst das schon“ im gegenzug redet sie aber ständig von ihren Sorgen, und das alle so unsensibel wären, und will einen ständig dazu bringen ihr einen Gefallen zu tun (auf den Hund aufpassen oder so) (wenn man selbst etwas von ihr will oder braucht macht sie das nie, weil ihr alles zu ansträngend ist) nun ja, soviel dazu (mal grob erzählt) ich bin echt oft mit ihr überfordert, weiß garnicht was ich von ihr halten soll. Also wenn mir einer helfen kann, ich würde mich wirklich sehr über eine Antwort freuen.

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