Trennung & Liebeskummer: Leere nach der Trennung von einem Narzissten

Nichts ist nach einer Trennung von einem Narzissten wie es einmal war.

Die Welt liegt in Scherben.

Narzissmus, Trennung und Trauer: Liebeskummer, vollkommene Leere, emotionale Kälte, keine Erklärung des narzisstischen Ex-Partners und unendliche Trauer. 

Wieso ist diese Trennung von einem Narzissten so anders als jedes andere Beziehungsende?
Was steckt für eine Dynamik dahinter und wie kann ich die Trauer überwinden? 
Wie ich schon meinem Artikel zur Liebe mit einem Narzissten, also einem extremen Egoisten beschrieben habe, gleicht die Trennung einer narzisstischen Beziehung nicht der einer erwachsenen Liebesbeziehung.

Das liegt nicht zuletzt an der Struktur des Narzissten, die ihm keinen anderen Weg ermöglicht, als davon zu laufen und eine eiskalte Zurückweisung des Partners „durchzuführen“. Zurück bleiben ein traumatisierter Partner und ein Narzisst, dem es wahrscheinlich auch nicht gut gehen wird.
Deswegen ist es wichtig, genau in dieser Phase besonders achtsam mit sich zu sein. Vielleicht  wird es auch wichtig sein, sich davor zu schützen in einer "On-Off-Beziehung" zu landen, die auf Dauer zerstörend wirkt.


Narzissmus, Trennung und Trauer: Das "Besondere" der Trennung eines extremen Egoisten, dem Narzissten

Trennungen sind oftmals nicht schön, würde ich einfach behaupten. Trotzdem sind sie manchmal unvermeidbar, dann zum Beispiel, wenn eine gemeinsame Entwicklung nicht mehr möglich ist. In einem solchen Fall ist es besser zu beschließen, getrennte Wege zu gehen und neue Wege zu beschreiten. Die wiederum dann neue Entwicklungen ermöglichen, aber das ist ein anderes Thema. 

Es ist sicher nicht immer möglich eine Trennung fair zu gestalten, dann zum Beispiel, wenn die Gefühle bei einem Partner noch vorhanden sind, bei dem anderen aber jegliches Liebesgefühl erkaltet. Schwer vielleicht auch, wenn einer der Partner fremd gegangen ist.
Trotzdem werden in einer erwachsenen Liebesbeziehung beide versuchen einen würdigen Abschluss zu finden (sicher, es gibt Ausnahmen). Damit möchte ich auch nicht sagen, dass es unbedingt heißen muss „lass uns Freunde bleiben“, sondern einfach einen guten Abschluss mit entsprechenden Gesprächen.
Beide werden die Beziehung dann sehen wie sie ist: eine Beziehung mit Höhen und Tiefen. Beide werden aber auch sehen, dass sie ihren Teil zur Trennung beigetragen haben. 


Narzissmus, Trennung und Trauer: Genau an diesem Punkt kommt die starke Unterscheidung von „normaler Beziehung“ und der Beziehung mit einem Narzissten. 

Der Narzisst ist unschuldig - aus seiner Sicht 

Der Narzisst, der nicht nur unter Bindungsangst leidet, ist unschuldig.
Aus seiner Sicht trifft keine Schuld an der Trennung.
Ja, das denkt er wahrscheinlich und das vermittelt er: Der Grund der Trennung war der Partner. Der Narzisst musste aus seiner Sicht vermutlich diesen Schritt gehen, weil er sich so nicht behandeln lässt, von niemandem. Dabei kann man sehr sicher davon ausgehen, dass nichts weiter passiert ist, als dass der Co-Narzisst, also der Partner sich auf sich und seine Wünsche besinnt hat und diese durchgesetzt hat oder es zumindest wollte (eine beispielhafte Situation findet ihr in meinem Artikel weiter zum Artikel).

Warum handelt der Narzisst so und leidet er?

Der Narzisst kann aufgrund seiner, wie ich es immer nenne, „hidden Agenda“ nicht anders, selbst wenn er es wollte.  So ist es auch beim Thema Trennung und Trauer.
Ihm fehlt die Empathie, er kann sich nicht in andere hineinversetzen. Er kann nicht verstehen, wie es sein kann, dass eine andere Person beispielsweise beruflich so gestresst sein kann, dass dieser ihn deshalb kurzzeitig zurücksetzt. Zudem trifft der Co-Narzisst einen wunden Punkt des Narzissten: Er fühlt sich benachteiligt. Das kratzt so unglaublich an seinem kaum vorhandenen Selbstbewusstsein (siehe hier der Artikel zum Thema Narzissmus & Liebe), dass er um sich schlägt und seine für ihn, in seinem Repertoire einzige Konsequenz zieht:
Er beendet scheinbar eiskalt die Beziehung. 

Es ist wahrscheinlich auch die Näheproblematik.
Der Partner kommt oder will dem Narzissten nah kommen, mit ihm Leben, mit ihm reden. Das löst in ihm ein diffuses Gefühl aus. Es fühlt sich für ihn an, als würde er von dem Partner „eingenommen“ zu werden und als würde der Narzisst dadurch die Kontrolle über sich und diese Beziehung verlieren.

Es muss ein unerträgliches Gefühl für ihn sein. Den er kann nicht anders, als genau das zu verhindern. Mit allen Mitteln und mit aller Härte.

Das fällt vermutlich auch dem Narzissten nicht leicht, auch er wird leiden. Liest man immer wieder, dass Narzissten sich selten therapeutische Hilfe holen, jedoch in schlimmen emotionalen Ausnahmezuständen wie Trennungen durchaus. Leider verlassen sie die Therapie wohl aber nach kurzer Zeit, so ist es immer wieder zu lesen und da berichten mir auch immer wieder Therapeuten. Die Suizidrate liegt bei der narzisstischen Persönlichkeitsstörung ebenfalls im Hinblick auf alle Persönlichkeitsstörungen an Platz 1, nämlich bei 14% (Quelle). Auch wenn sich sicher nicht alle aus Liebeskummer einen Suizid begehen, ist dies aus meiner Sicht ein Hinweis, dass auch sie einen enormen Leidensdruck haben.
So wird ihnen ein Verlust, auch einer Partnerschaft, vermutlich auch sehr zu schaffen machen.
Das Thema werde ich aber noch einmal gesondert beleuchten.

"The Next": der neue Partner des Narzissten

Vielleicht gibt es für den Narzissten bereits ein oder eine „next one“ "der oder die Next", das nächste, wahrscheinlich Co-Narzisstische Gegenstück. Mit diesem soll dann scheinbar alles anders werden. Wird es aber mit sehr großer Wahrscheinlichkeit aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur nicht.
Das bestätigt sich sowohl in der Literatur als auch in anderen Veröffentlichungen und den Erfahrungen.
Wie soll auch plötzlich anders werden, wenn der Narzisst so weiter macht wie bisher?
Selbst wenn der nächste Partner eine höhere Leidensfähigkeit hat, so wird das Grundproblem höchstwahrscheinlich bestehen bleiben. 

Aber was ist mit dem Partner des Narzissten?

Der Co-Narzisst, er ist vermutlich leer!

Narzissmus, Trennung und Trauer: Der Co-Narzisst ist zutiefst getroffen, er weiß nicht mehr, wie ihm geschieht. War es sich nur Bindungsangst? Aber warum verhält er sich dann so extrem?
Nach einem ersten Schock kommen die Selbstzweifel. Warum habe ich es nicht kommen sehen. Ab welchem Punkt hätte ich mich anders verhalten sollen. Immer wieder passiert mir so etwas, ich bin ein schlechter Mensch, ja, einfach nicht liebenswert, so muss es sein.
STOP! Narzissmus & Achtsamkeit: sei gut zu Dir!


Co-Narzisst: Du bist nicht allumfassend "schuld" am Beziehungsende, Du bist nicht schuld an allem.

An alle, die ein solches Ende miterlebt haben, kann ich nur appellieren: 
Narzissmus, Trennung und Trauer: Zieh' Dir diesen Schuh nicht an, lass ihn einfach stehen.
Dein Partner hat eine narzisstische Persönlichkeitsstörung.
Er hat nicht nachvollziehbar gehandelt.
Er hat die Beziehung anders gelebt als Du: Das heißt nicht, dass er zu Beginn nicht auch so verliebt gewesen ist, wie Du es gewesen bist. Der Teil war mit großer Wahrscheinlichkeit echt. Aber irgendwann ist etwas gekippt in ihm, vermutlich dann, als Du ihm zu Nahe gekommen bist. An dem Punkt, wo Du auch Verständnis wolltest, vielleicht nicht so „perfekt“ und allumsorgend gewesen bist.
An dem Punkt, an dem er Angst bekam, Angst, dass Du, wie er, auch irgendwann sein Wahres ICH siehst, seine "Fehler".
Das wäre aus Sicht für Dich, als Co-Narzissten, ja eine Bereicherung. Schließlich beginnt da die tiefe Liebesbeziehung, die Akzeptanz der Andersartigkeit des Partners, welches die Liebe ausmacht. Nicht aber für den Narzissten, das ist „der worst case“, denn sein Bild könnte fallen. Genauso wie das Bild, welches er von Dir hatte, aus seiner Sicht an diesem Punkt gefallen ist.
Vielleicht kam es aber auch an dem Punkt, an dem alles einfach perfekt und vertraut lief.
Vielleicht kam da das Gefühl in ihm auf, Du würdest die Kontrolle über ihn übernehmen (davon berichten Psychologen, die Narzissten therapieren, z.B. Dr. Judy Rosenberg WTF, Link zu Dr. Judy WTF ), ein Gefühl aus dem ihm nur die Flucht als Lösung bleibt.
Du hättest diese Trennung und Entwicklung nicht verhindern können.
Es sein denn, Du hättest Deine Wünsche niemals geäußert, nie die wirklich tiefen Fragen gestellt und wärst nie die tiefen Wege gegangen. Aber wie lange und zu welchem Preis hättest Du es durchgehalten?
Wie gering wäre Dein Selbstwertgefühl geworden?
Wo wäre Deine Persönlichkeit geblieben?

 

Liebeskummer nach der Trennung von einem Narzissten: Wie geht man mit dem Ende nach der Trennung von einem Narzissten um?

Narzissmus, Trennung und Trauer: Das Ende einer solchen Beziehung ist schwer traumatisierend und braucht, wie ich glaube, eine unglaublich gute und tief greifende Trauerarbeit. Es hilft, denke ich, erst einmal die Selbstvorwürfe abzustellen.
Trauer zuzulassen, weinen, weinen, weinen.

Narzissmus & Achtsamkeit: Beim Thema Narzissmus, Trennung und Trauer ist das Wichtigste, sich nicht „zu zerfleischen“ und sich mit Selbstvorwürfen zu überschütten.
Die Situation ist schon schlimm genug. So sollte  die eigene Achtsamkeit ganz oben auf der Liste im guten Umgang mit sich selbst in dieser Notsituation nach der Trennung von einem Narzissten stehen. 


Man sollte versuchen, nicht die ganze Beziehung infrage zu stellen, sondern nach der extremen Trauerphase versuchen, die Beziehung zu verstehen und auf seine Gefühle hören:
Wie war die Dynamik der Beziehung und die Rollenverteilung beider?
Irgendwann zu schauen, an welchem Punkt es vielleicht schon Anzeichen gegeben hat, die man „weggesehen“ hat. Hierzu könnt ihr Euch vielleicht mein Video zum Thema "Narzisst und Co-Narzisst" anschauen: zum You-Tube Channel von Narzissmus verstehen
Ein stabiler Freundeskreis ist wichtig, für den es trotzdem potenziell schwer sein wird, die "Heftigkeit" der Trennung zu erfassen.

 

Wenn ich nach der Trennung von diesem extremen Egoisten alleine und mit meinen Freunden nicht aus dem Trennungsloch komme?

Dabei ist es überhaupt nicht verwerflich sich zu dem Thema Narzissmus, Trennung und Trauer auch mal externe Hilfe, zum Beispiel von einem ärztlichen Psychotherapeuten (Infos gibt es auf den Seiten der Ärztekammern des Bundeslandes, einfach googeln) oder Psychologischen Psychotherapeuten zu holen (www.bptk.de). Mit Hilfe diesem auch seine eigene Rolle in dieser Beziehung zu durchleuchten. 

 

...ein kleiner Ausblick: wird die wirkliche Liebe kommen?

Man kommt, wenn man sich tiefer gehend mit der ganzen Beziehung beschäftigt und diese, vielleicht auch mithilfe eines Profis betrachtet, vielleicht auch zu der Frage:
Was ist Liebe eigentlich?
Kann man sie erarbeiten, bekommt man sie von den Eltern gelehrt und was hat die Selbstliebe damit zu tun?

Um sich damit näher zu beschäftigen, kann ich das Buch „Die Kunst des Liebens“  
(klickt auf das Buch) von Erich Fromm empfehlen.
Das ist ein Klassiker aus den Jahr 1956, aber aktueller denn je.
(Ja, einige Passagen werden kritisch diskutiert, aber im Gesamtkontext gefällt es mir.)

 


Was spricht dagegen, auch nach einer narzisstischen Beziehung irgendwann auch einmal eine tiefe Liebesbeziehung zu finden?

...wer schreibt hier? 
Mein Name ist Marie und beschäftige mich seit vielen Jahren mit dem Thema Narzissmus. Wenn Ihr mehr über mich erfahren wollt geht es hier weiter

Hier noch ein schönes "Motivations-Lied" zum Schluß: 
> zum Video "Fang mich an" von Herbert Grönemeyer 

> zu meinem Video-Channel "Narzissmus verstehen" bei Youtube

 

 

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