Die schwere Trennung von einem Narzissten

Eine Trennung schmerzt.

Die Trennung von einem Narzissten wird mitunter schmerzhafter sein, als jede Trennung, die man zuvor kannte.

Die Trennung von einem Narzissten kann traumarisierend sein.
Denn bei dem Narzissten kommt es wahrscheinlich aus heiterem Himmel, also von heute auf morgen und zum Anderen ohne Vorwarnung wegen eines - vermutlich nichtigen Vorfalls.

Sogar dann, wenn man vielleicht schon Jahre zusammen war und Zukunftspläne hatte.

Das Verlassen des Narzissten hinterlässt Verstörung und Zerstörung und kann für die Verlassenen dieses persönlichkeitsgestörten Menschen zu dem erwähnten Trauma führen.


Warum ist die Trennung von einem Narzissten so anders?

Wie könnte so eine Trennung von einem Narzissten aussehen?
Ein Beispiel dafür, dass ich auch schon in einem anderen Artikel verwendet habe, ist die folgende Situation: Der Narzisst und der Co-Narzisst sind bereits länger zusammen, vielleicht 2 Jahre. Der Co-Narzisst
bekommt einen neuen Job, noch besser bezahlt als der vorherige, mit Führungsverantwortung und sogar noch in der gleichen Stadt. Dies würde es endlich ermöglichen zusammen zu ziehen und sich eine gemeinsame Wohnung zu suchen. 

Der Co-Narzisst beginnt euphorisch mit der Wohnungssuche:
Endlich kann aus seiner Sicht der nächste Step der Beziehung und eine größere Nähe gelebt werden.

Er hat gerade zu Beginn der Tätigkeit nun weniger Zeit für seinen Partner den Narzissten. Das gefällt diesem schon seit längerer Zeit nicht mehr. Er spricht das Problem aber nicht an, er stichelt zwar immer wieder, aber der Co-Narzisst versucht es zu überhören, umsorgt den Narzissten mit Einladungen zum Essen etc.
Nun häufen sich aber die Glückwünsche zur neuen Position, der Co-Narzisst muss einen Kurztrip nach Sylt kurzfristig absagen.
Was passiert?
Der Narzisst beendet die Beziehung. Zack, einfach so. Eine Erklärung gibt es nicht, vielleicht sogar per E-Mail oder einfach nur: es geht nicht mehr. Vielleicht gibt es noch einen Hinweis: Du wolltest immer alles bestimmen, einfach zu „bossy“ dein Verhalten.

Auch wenn es ein sehr zusammengefassten und plakatives Beispiel ist, so spiegelt es doch die Problematik der Trennung von einem Narzissten wider. Neben der Härtere der Trennung und dem „Überraschungseffekt“ gibt es einen Punkt, der alles andere in den Schatten stellt.

Du bist Schuld, so sieht es der Narzisst

Die Schuld wird und das ist aus meiner Sicht das eigentlich Gemeine, dem Partner des Narzissten zugeschoben. Der Partner hat sich immer so komisch benommen, er ist es einzig und allein, der am Scheitern der Beziehung die Verantwortung tragen soll. Denn er hat durch sein Verhalten die Beziehung zerbrochen.
Er sollte nachdenken, nachdenken darüber, was er ihm getan hat. Also so die Erklärung des Narzissten. Das ist es, was den Verlassenen lange so sprachlos macht.

Das ist für den Verlassenen ein Schlag ins Gesicht, er versteht die Welt nicht mehr. Schließlich hat er sich doch immer um den Narzissten bemüht, vielleicht ganz besonders.
Der Co-Narzisst hat dem Narzissten doch so vieles untergeordnet, vielleicht die eigenen Hobbys zurückgestellt und versucht ihm alles Recht und so angenehm wie möglich zu machen. Das soll nun das Ende sein?
Man wollte doch endlich zusammen leben, darüber hatten man doch so oft gesprochen. Endlich diese Nähe leben.

Nichts ist also bei einer solchen Trennung von einem Narzissten, wie es bei Trennung eigentlich ist: Normalerweise (ok, was ist schon Normal, aber..) wird nach einer Trennung noch einmal geredet, diskutiert und ein Weg gefunden, damit beide irgendwie einen Abschluss finden können. Beide tragen ihre Schuld zum Beziehungsende bei. 

So aber nicht bei der Trennung von einem Narzissten.
Er sieht bei sich überhaupt keine Schuld. 



Warum reagiert der Narzisst so?

Weder im Hinblick auf die Schuldzuweisung noch der Umgang nach der Trennung ist das Verhalten für das Umfeld verständlich.
Die Trennung erfolgt häufig eiskalt. 

In diesem Fall aus zwei oder vielleicht sogar drei Gründen:
Nähe, das ist für den Narzissten das wohl schlimmste Szenario. Er könnte tief gesehen werden, es könnte eine nahe Bindung geben. Die Gefahr einer Verwundbarkeit entsteht. Gerade wenn die Partnerin den Wunsch nach Nähe ausspricht und das durch die räumliche Nähe durch eine gemeinsame Wohnung noch stärker fokussiert. Dazu kommt die Möglichkeit, dass der Narzisst sich vielleicht sogar die Next gesucht hat und bereits schon auf dem Absprung ist. Abschließend auch die Möglichkeit, dass er sich durch dieses unglaublich egoistische Verhalten der Partnerin gekränkt un verletzt fühlt.
Denn fühlt sich der Narzisst gekränkt, dann entsteht bei ihm häufig die narzisstische Wut. Diese äußert sich in fast grenzenlosem Hass auf den ehemaligen Partner. Dieser ist Schuld an ALLEM. Alle Pläne sind dahin, ein „wir“ ist ab diesem Punkt undenkbar.

Schaut man es sich genauer an, so wird man feststellen, dass es in Wirklichkeit die unglaubliche eigene Verletzung des Narzissten ist. Ihm wird bewusst, wie emotional abhängig er von seinem Partner ist und das trifft reist alte Wunden aus der Kindheit wie der auf. Auf diese Emotion reagiert er wie ein kleines Kind, schlägt wild um sich und will die Person „zerstören“, die ihm das angetan hat.
Aber Vorsicht: der Partner hat, wenn man sich den Vorfall von außen anschauen würde, nichts "Schlimmes" getan. 

Für den Narzissten aber, der mit einem ganz anderen Maß misst, kommt auch eine kleine, gefühlte Ablehnung wie eine maßlose Demütigung seiner Person vor. Dieser kann er nur mit Entwertung und Hass begegnen. Dies passiert eben dann, wenn er nicht die Aufmerksamkeit bekommt und zu starke Nähe droht. Letzteres ist in meinem Beispiel eben das Zusammenziehen in eine Wohnung durch den Ortswechsel.

Ich sage bewusst kann.
Denn das läuft bei diesem Narzissten nicht bewusst ab.
Es sind Abläufe, die sich aufgrund seiner Kindheit in ihm manifestiert haben. Für ihn ist es ein scheinbar vollkommen normale Reaktionsmuster. Er folgt keinem vorher bewusst durchdachten Plan, eher einer „hidden Agenda“, wie ich es nenne.

Umso verstörender und zerstörender ist es dann natürlich für den Partner, der von dem Narzissten verlassen wurde. Nicht nur, dass er keine Erklärung für die Gründe bekommt oder ein letztes Gespräch. Er muss quasi mit der auf ihn verlagerte Schuld des Narzissten leben.
Das ist wohl das Schlimmste. Aber ich kann es gar nicht oft genug sagen: ihn trifft keine Schuld. Mit Sicherheit hätte nichts, was er getan hat, diese Reaktion gerechtfertigt.

Wie könnte der Betroffene damit umgehen?

Der von einem Narzissten verlassene Partner sollte besonders nach einer Trennung daran arbeiten, diese Schuld "innerlich nicht anzunehmen". Das ist verdammt schwer, denn das verlangt einem ab, immer sich immer wieder auf die Sachebene zu begeben und nicht im „Emotionsdusel“ zu versinken. Das ist schwer nach einer solchen Trennung.
Aber als Partner sollte sich immer wieder sagen, dass es irgendwann sowieso so gekommen wäre und da es eine Frage der Zeit gewesen ist, dass der Narzisst sein wahres Gesicht gezeigt hätte. In welcher Form auch immer.



Was die Ursachen der Trennung von einem Narzissten betrifft, können sich Betroffene eigentlich selbst beglückwünschen.
Das klingt jetzt schräg, oder?

Ja, warum? Weil es scheinbar so gewesen ist, dass der Verlassene sich nicht so unterwürfig verhalten hat, wie es der Narzisst von ihm in der Zeit des Zusammenseins gewohnt ist. Das heißt vielleicht, dass er im Moment, in dem der Trennungspunkt für den Narzissten kam, endlich auch einmal seine Bedürfnisse oder Emotionen gezeigt hat. Was ja eigentlich ein schönes Zeichen in der Partnerschaft ist.

Bedauerlicherweise kann der Narzisst aufgrund seiner Struktur damit nicht umgehen. Aber hier gilt: wäre es ein nicht narzisstischer Partner gewesen, hätte es sich darüber gefreut, wäre auf den Partner eingegangen. Das kann der Narzisst aufgrund seiner Struktur einfach nicht- denn das erfordert Selbstsicherheit. Die besitzt er nicht. 

Der nächste Partner: ein "Folgenarzisst"?

Sich selbst sollte man nach der Trennung von einem Narzissten fragen, warum es soweit gekommen ist.
Gab es schon früher Anzeichen?
Warum hat man erste Anzeichen nicht gesehen? 

Häufig ist der Partner ein Co-Narzisst, der den Partner gerne unterstützt und sich mit dem Narzissten an seiner Seite aufwertet, Stichwort „Schlüssel-Schloss Prinzip“. Hier sollte man Zukunft, wenn die Trennung erst einmal überwunden ist, sein Augenmerk hin verlagern. Sich selbst erkennen und zu schauen, wie man nicht wieder an einen Partner zu geraten, der diese Struktur hat.

Es hilft sicher, die Beziehung und nach der Trennung von einem Narzissten, vielleicht auch mit einem Profi zu analysieren und Muster herauszuarbeiten um diese dann zu durchbrechen.  (> Psychotherapeutensuche: www.bptk.de oder auf den Seiten der jeweiligen Ärztekammern des Bundeslandes)

Wer sich für die Beziehung zwischen Narzisst und Co-Narzisst interessiert, kann sich den Blogeintrag von mir durchlesen weiter zum Artikel > die Beziehung zwischen Narzisst und Co-Narzsisst

...wer schreibt hier? 
Mein Name ist Marie und beschäftige mich seit vielen Jahren mit dem Thema Narzissmus. Wenn Ihr mehr über mich erfahren wollt geht es hier weiter

> zum Video zu diesem Artikel bei YouTube

 

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